Das Marktrisikomodul

Beim Marktrisiko nach Solvency II handelt es sich um das Risiko eines Verlusts oder einer negativen Veränderung in Bezug auf die Basiseigenmittel, das direkt oder indirekt von Bewegungen der Höhe oder der Volatilität von Marktpreisen im Allgemeinen ausgeht.

Der Aufbau des Marktrisikomoduls

 

Das Marktrisikomodul besteht nach Richtlinie 2009/138/EG des Europäischen Parlaments und des Rates Artikel 105, Absatz 5, Unterabsatz 2

aus den Untermodulen für Zinsrisiko, Aktienrisiko, Spreadrisiko, Fremdwährungsrisiko, Immobilienrisiko und Konzentrationsrisiko.

Die Berechnung des Marktrisikos

Nach der Berechnung der Kapitalanforderung innerhalb der einzelnen Submodule wird die Kapitalanforderung des Marktrisikomoduls über folgende, auf einer linearen Korrelationsmatrix basierenden Formel, berechnet:

SCRmarket = √ Σi,j Corri,j · SCRi · SCRj

Dabei durchlaufen i und j sämtliche erwähnten Submodule.

Die Korrelationsmatrix, aus der die Werte Corr i, entnommen werden, ist von EIOPA fest vorgegeben:

Risk Zins Aktien Immobilien Spread Konzentration Fremdwährung
Zins 1 A A A 0 0,25
Aktien A 1 0,75 0,75 0 0,25
Immobilien A 0,75 1 0,5 0 0,25
Spread A 0,75 0,5 1 0 0,25
Konzentration 0 0 0 0 1 0
Fremdwährung 0,25 0,25 0,25 0,25 0 1

Abb. 1: Korrelationsmatrix

A nimmt hier den Wert 0,5 an, sofern das Zinsrisiko über das Schockszenario „Zinsrückgang“ berechnet wurde und 0, falls das Zinsrisiko über das Schockszenario „Zinsanstieg“ berechnet wurde.

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