Ermittlung der Kapitalanforderungen für das Konzentrationsrisiko

Das Konzentrationsrisiko wird in der Delegierten Verordnung als Marktrisikokonzentrationen bezeichnet. Als Element des Marktrisikos hat das Konzentrationsrisiko im Allgemeinen eine geringere Bedeutung hinsichtlich der Solvenzkapitalanforderung als beispielsweise das Aktien- oder Zinsrisiko.

Das Konzentrationsrisiko

Das Konzentrationsrisiko erwächst aus einer höheren Volatilität sowie einem gestiegenen Risiko bei Ausfall eines Emittenten in einem Kapitalanlageportfolio mit geringer Streuung.

Dieses Marktrisikosubmodul bezieht sich lediglich auf die Konzentration von Kapitalanlagebeständen beim selben Geschäftspartner. Andere Konzentrationsdimensionen des Portfolios, wie z. B. die Region oder Branche, bleiben bisher unberücksichtigt.

Ausnahmen vom Konzentrationsrisiko

Bei der Ermittlung des Konzentrationsrisikos werden

  • Beteiligungen (> 20 % an einem Versicherungsunternehmen oder Kreditinstitut), die nicht der Gruppenaufsicht unterliegen und dessen Beteiligungswert gleichzeitig > 10 % der Eigenmittel des beteiligten Unternehmens sind,
  • Staatsanleihen aus Staaten der OECD oder EEA sowie
  • Termin- und Festgelder (sofern die Restlaufzeit weniger als drei Monate beträgt, der Anlagebetrag 3 Mio. EUR nicht überschreitet und die Bank mindestens über ein AA-Rating verfügt)

nicht mit einbezogen.

Bewertung des Konzentrationsrisikos

Die Bewertung des Konzentrationsrisikos (siehe Artikel 183 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35 erfolgt in drei Schritten:

1) Überschreitung des Sicherheitsrahmens (XSi),
2) Ermittlung des Konzentrationsrisikos für einen Geschäftspartner und
3) Aggregation der einzelnen Konzentrationsrisiken

Zunächst wird das Nettoexposure eines Geschäftspartners (z.B. Marktwert eines Schuldscheindarlehens) ermittelt. Sofern sich mehrere Finanzinstrumente von einem Geschäftspartner im Bestand befinden, bezieht sich das Nettoexposure auf alle diese Bestände (Ei). Zudem wird der Wert aller gehaltenen Vermögenswerte aller Geschäftspartner in der Berechnung berücksichtigt (Assets) – Ausnahmen werden in Artikel 184 Absatz 2 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35 erläutert. Ferner geht ein von der Bonitätsstufe (bei mehreren Finanzinstrumenten einer gewichteten Bonitätsstufe) abhängiger Schwellenwert (CTi) in die Berechnung mit ein.

XSi = max{0; Ei – CTi · Assets}.

Dabei bezeichnet:

  • Ei die Forderungshöhe bei Ausfall in Bezug auf eine Risikoexponierung einer Gegenpartei.
  • CTi die Konzentrations-schwellen, welche im Artikel 185 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35 erläutert werden.
  • Assets bezeichnet die Berechnungsgrundlage.

Anschließend ist im zweiten Schritt das Konzentrationsrisiko je Geschäftspartner, definiert als conci, zu bestimmen durch

conci = XSi · gi.

Der Parameter gi ist der Risikofaktor für das Konzentrationsrisiko und wird in den Artikeln 186 und 187 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35 beschrieben.

Im abschließenden dritten Schritt sind die zuvor ermittelten Konzentrationsrisiken je Geschäftspartner zu aggregieren. Es wird in diesem Zusammenhang davon ausgegangen, dass keine Korrelation zwischen den Kapitalanforderungen je Geschäftspartner vorliegt

Berücksichtigung des Konzentrationsrisikos in den Quantitative Reporting Templates (QRT)

Die Darstellung des Konzentrationsrisikos ist Gegenstand des QRT S.26.01. Basierend auf den Eingangsdaten für die Standardformel sind hier

die Marktwerte auszuweisen, die dem Konzentrationsrisiko unterliegen.

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