Prämienrisiko Non-Life

Das Prämienrisiko Non-Life bildet zusammen mit dem Reserverisiko Non-Life, dem Katastrophenrisiko Non-Life und dem Stornorisiko Non-Life das versicherungstechnische Risiko Non-Life. Es bildet die aus der zukünftigen Gefahrentragung resultierenden Schwankungen der Schadenlast ab und wird unter Solvency II standardmäßig durch eine Lognormalverteilung beschrieben, deren Streuung über Marktdaten ermittelt wird.

Grundlegendes zum Prämienrisiko Non-Life

Eine für die Bestimmung der Eigenkapitalanforderung wesentliche Größe in der Versicherungstechnik Non-Life ist die ihrem Charakter nach zufällige Schwankung der Schadenregulierungsaufwendungen (inklusive der Verwaltungskostenanteile) um die Best Estimate Prämienrückstellung. Grundlagen der Berechnung bilden das Volumenmaß und eine auf Marktdaten beruhende Standardabweichung, die je nach Geschäftsfeld tabellarisch hinterlegt ist (siehe Artikel 115-117 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35). Die Standardabweichung für das Prämienrisiko Non-Life wird dargestellt durch das Produkt aus der marktspezifischen Standardabweichung und einem Korrekturfaktor, welcher die aktuelle nicht-proportionale Rückversicherungsstruktur des Unternehmens berücksichtigen soll. Bei den Geschäftsfeldern Kfz-Haftpflicht, Feuer- und Sachversicherung sowie bei der allgemeinen Haftpflicht beträgt er bei vorhandener nicht-proportionaler Rückversicherungsstruktur 80 , für alle anderen Geschäftsfelder 100 . Hat das Versicherungsunternehmen keine nicht-proportionale Rückversicherungsstruktur, so wird der Wert des Korrekturfaktors auf 100 % festgelegt (siehe Artikel 117, Absatz 3 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35).

Neben den marktspezifischen Parametern kann ein Versicherungsunternehmen auch unternehmens-spezifische Parameter verwenden (siehe Artikel 218 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35). Dies ist möglich für die Standardabweichungen des Netto- und Brutto-Prämienrisikos sowie für den Anpassungsfaktor zur Berücksichtigung von nicht-proportionaler Rückversicherungsstruktur beim Brutto-Prämienrisiko. Letztgenannter Parameter darf allerdings nicht gleichzeitig mit dem Parameter für die Standardabweichung des Brutto-Prämienrisikos in einem Geschäftsbereich ersetzt werden. Des Weiteren besteht die Auflage, diese unternehmensspezifischen Parameter entsprechend durch die Aufsicht genehmigen zu lassen (siehe Artikel 218 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35).

Das Volumenmaß setzt sich aus dem Maximum der geschätzten verdienten Netto-Prämieneinahmen im 1. Folgejahr und der verdienten Netto-Prämieneinnahmen des Geschäftsjahres zusammen,

addiert mit dem erwarteten Barwert zukünftiger Netto-Prämienzahlungen aus bestehenden Verträgen ab dem 2. Folgejahr und dem erwarteten Barwert zukünftiger Netto-Prämienzahlungen aus Verträgen, die im 1. Folgejahr geschlossen werden.

Zur Berechnung des SCRnl prem and res wird das Prämienrisiko darüber hinaus zusätzlich mit dem Reserverisiko Non-Life zusammengeführt. Dazu werden zunächst die beiden Volumenmaße unter Berücksichtigung geographischer Diversifikation zum gemeinsamen Volumenmaß zusammengefasst. Ferner wird angenommen, dass sich das Prämien- und das Reserverisiko gegenseitig beeinflussen. Deshalb wird bei der Berechnung der gemeinsamen Standardabweichung eine Korrelation pro Geschäftsfeld vorgegeben (vgl. Korrelationsmatrix im Anhang IV der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35). Im Anschluss erfolgt die Berechnung des SCR durch die im Artikel 115 der DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) 2015/35 vorgegebene Formel:

SCRnl prem and res = 3⋅σnl⋅Vnl,

wobei σ die gemeinsame Standardabweichung und V das gemeinsame Volumenmaß bezeichnet.

Marktspezifische Standardabweichungen nach Geschäftsfeldern zur Bestimmung des Prämienrisikos

  1. Kfz-Haftpflicht: 10 
  2. Kfz sonstige: 8 
  3. Transport- und Luftfahrt: 15 
  4. Feuer- und Sachversicherung: 8 
  5. Haftpflicht: 14 
  6. Kredit- und Kaution: 12 
  7. Rechtsschutz: 7 
  8. Beistandsleistung: 9 
  9. Sonstige Versicherungen: 13 
  10. nicht-prop. aktive RV Haftpflicht: 17 
  11. nicht-prop. aktive RV Transport- und Luftfahrt: 17 
  12. nicht-prop. aktive RV Sach: 17 

Berücksichtigung des Prämienrisikos in den Quantitative Reporting Templates (QRT)

Das Prämienrisiko wird zusammen mit dem Reserverisiko im Meldeformular S.26.05 ausgewiesen. Grundlegend für die Berechnung des SCRnl prem and res sind die Volumenmaße und Standardabweichungen des Prämien- und

Reserverisikos sowie beim Prämienrisiko zusätzlich der Entlastungsfaktor zur Berücksichtigung nicht-proportionaler Rückversicherungsstrukturen. Weitere Angaben werden für die Meldung nicht benötigt.

Artikel ausdrucken: