Solvency and Financial Condition Reports (SFCR): Transparenz (nur) mit passender Toolbox

Mit Inkrafttreten von Solvency II im Januar 2016 entstand erstmals EU-weit ein einheitlicher Standard, nach welchem nahezu alle Versicherer Informationen herausgeben müssen. Im Mai 2018 wurden die entsprechenden Berichte zur Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Reports, SFCR) bereits zum zweiten Mal veröffentlicht. Diese SFCR umfassen einen quantitativen Teil (QRT) sowie einen narrativen/qualitativen Teil, der als erläuterndes Instrument zu sehen ist. Ziel ist es, einem breiten Adressatenkreis Informationen über die Solvenz- und Finanzlage, das Risikomanagementsystem sowie die Risikosituation der Versicherungsunternehmen zu liefern. Doch nicht nur die Komplexität der Informationen, sondern auch deren Menge erschwert es dem Leser, sich schnell einen Überblick zu verschaffen.

In der medialen Solvency-II-Analyse werden primär die aufsichtlichen Solvenzquoten betrachtet. Diese bieten zwar eine Möglichkeit zur ersten Orientierung, unterliegen allerdings vielen Einflussfaktoren, weshalb eine realistische Interpretation erschwert wird. Dabei lassen sich aus dem quantitativen Teil der SFCR weitere wertvolle Informationen gewinnen, die derzeit oft noch unbeachtet bleiben. Eine erste Indikation für die Ausprägung der Quoten liefert die Bestandsstruktur der Gesellschaften. So weisen Lebensversicherer mit einem hohen Anteil an zinsabhängigem Altbestand (u. a. Run-Off-Gesellschaften) oft eine deutlich unterdurchschnittliche Basis-Solvenzquote – d. h. ohne Berücksichtigung von LTG-Maßnahmen – auf. Um ihre Kapitalanforderungen zu erfüllen, greifen diese Unternehmen vornehmlich auf die Übergangsmaßnahme bei versicherungstechnischen Rückstellungen zurück. Demgegenüber machen typische Fondsversicherer naturgemäß keinen Gebrauch von Übergangsmaßnahmen. Ebenso bietet die Solvenzbilanz aufgrund ihrer Struktur und der Marktwertbetrachtung Informationen, die sich in den handelsrechtlichen Abschlüssen nicht finden, beispielsweise zur Kapitalanlagestruktur der einzelnen Gesellschaften. So leisten sich einige Rückversicherer eine Aktienquote von über 30 %, während das Maximum in der Lebensversicherung bei unter 10 % liegt. In den Gruppen-SFCR, die Versicherungsgruppen gesondert erstellen müssen, finden sich darüber hinaus Informationen zu den Gruppenstrukturen sowie deren geographischer Verbreitung.

Während die Struktur der QRT im quantitativen Teil vorgegeben ist, was einen marktweiten Vergleich ermöglicht, fehlt diese im qualitativen Teil. Zwar ist gegenüber dem Vorjahr eine Konvergenz der Berichte zu erkennen, dennoch hat die BaFin in ihrer zweiten Analyse der Berichte erneut moniert, dass das gewünschte Qualitätsniveau weiterhin nicht erreicht ist (BaFin Journal September 2018). Ein Kritikpunkt lautet hierbei, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben teilweise gar nicht oder nicht im notwendigen Ausmaß getätigt werden und auf freiwillige Angaben überwiegend verzichtet wird.

Gerne bringen wir Ihnen in unserem Webinar näher, wie Sie ein Benchmarking Ihres Unternehmens vornehmen können und wie Sie Ansatzpunkte erhalten, Ihren SFCR zu verbessern. Gleichzeitig zeigen wir Ihnen, wie sich eine Interpretation der Solvenzquoten durchführen lässt und welche weiteren Informationen die QRT bieten.

Unsere nächsten Webinartermine:

  • Donnerstag, 15. Nov. 13:30 Uhr
  • Dienstag, 20. Nov. 10:30 Uhr

Während des Webinars werden wir Ihnen die Analyseplattform solvencyDATA vorstellen. Mit Hilfe der Analyseplattform können Sie nachvollziehen, welche Informationen im prinzipienbasierten, narrativen Teil des SFCR von den einzelnen Versicherungsunternehmen zur Verfügung gestellt werden (Breite und Tiefe). Zudem bietet die Analyseplattform die Möglichkeit, die Datenflut des quantitativen Teils strukturiert auszuwerten.

Haben Sie Interesse? Dann schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an solvencydata@iss.soprasteria.com. Die Teilnahme ist kostenlos.
Ausführliche Informationen zu solvencyDATA finden Sie unter solvencydata.com.

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