Solvency II in der Schaden-/Unfallversicherung: Solvenzquoten stellen Belastbarkeit unter Beweis

Die hohen Sicherheitsmittel der Branche spiegeln sich in den Solvenzquoten unter Solvency II wider. Zum Meldestichtag 31.12.2017 lag der Branchendurchschnitt für die 169 in solvencyDATA erfassten Schaden-/ Unfallversicherer bei 267 % (Vorjahr: 260 %).

Dabei weist ein Großteil der Unternehmen eine Quote von über 200 % auf, während rund ein Drittel die 200-%-Marke unterschreitet; davon liegen 11 Anbieter unterhalb von 150 %, jedoch keiner unter 100 %. Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassungen spielen im Schaden-/Unfall-Segment eine untergeordnete Rolle und haben, sofern vereinzelt angewendet, kaum nennenswerte Auswirkungen auf die Quoten. Demzufolge zeigen sich in der nachfolgenden Boxplot-Darstellung auch keine sichtlichen Unterschiede in der Berechnung der Solvenzquote mit und ohne LTG-Maßnahmen. Zugleich wird offenkundig, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern durchaus groß sein können, so dass die Maximalwerte in den Bereich von 500 % bis 1.000 % hineinreichen.

Berechnung der Solvenzquote
Abbildung 1: Berechnung der Solvenzquote

Bei der Zerlegung der Basissolvenzkapitalanforderung (BSCR) bildet bei den Anwendern der Standardformel – welche mit 154 Unternehmen die weit überwiegende Mehrheit darstellt – erwartungsgemäß das versicherungstechnische Risiko die dominante Risikokategorie (75 %) in der Schaden-/Unfallversicherung, gefolgt vom Marktrisiko (45 %). Demgegenüber sind Gegenparteiausfallrisiken von geringerer Bedeutung (9 %), das Risiko aus immateriellen Vermögensgegenständen spielt gar keine Rolle. Die modellhaften Diversifikationseffekte mindern den BSCR dann um 30 %. Bei der weiteren SCR-Berechnung wirkt das operationelle Risiko leicht erhöhend (10 %), wird aber von der entlastenden Wirkung des Verlustausgleichs aus latenten Steuern überkompensiert.

Zerlegung der Basissolvenzkapitalanforderung
Abbildung 1: Zerlegung der Basissolvenzkapitalanforderung

Hintergrundinformationen

Der vorliegende Artikel ist ein Auszug aus dem Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2018/2019. Hierin zeichnet die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur ein aktuelles Bild über die Situation und Stimmung in der privaten Krankenversicherung, der Lebensversicherung sowie der Schaden-/Unfallversicherung und Rückversicherung mitsamt den zugrunde liegenden Einflussfaktoren.

Wie gewohnt belassen es die Analysten dabei nicht bei der Darstellung der reinen Fakten, sondern kommentieren die wesentlichen Markttrends aus der Assekurata-Perspektive und wagen an verschiedenen Stellen einen Blick in die Zukunft.

Interessenten können den 93-seitigen Bericht auf der Internetseite www.assekurata.de gegen eine Gebühr von 829,- € zzgl. MwSt. erstehen.