Templates zur Rückversicherung Re-J1, Re-J2, Re-J3, Re-SPV

Die Rückversicherung hat eine große Bedeutung für die Minimierung von Versicherungsrisiken eines Erstversicherungsunternehmens. Allerdings führen die abgeschlossenen Rückdeckungen auch zu weiteren Risiken, die bei der Berechnung des benötigten Eigenkapitals berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise hat der Ausfall einer Rückversicherung Einfluss auf die finanziellen Situationen des betroffenen Erstversicherers, weshalb dieser unter Solvency II eine entsprechende Kapitalanforderung zu stellen hat.

Mit der detaillierten Abfrage der Informationen über die Kategorien

  • Fakultative Rückversicherung,
  • Rückversicherungsprogramme,
  • Anteile der Rückversicherung und
  • SPV (Special Purpose Vehicle)

ist eine umfassende Analyse der Risiken (z. B. Ausfallrisiko) durch die Aufsicht möglich.

Der Aufwand für die Befüllung der Templates dürfte sich in Grenzen halten, da beispielsweise die

Angaben zu Rückversicherungsverträgen in einem Vertragsregister des Unternehmens gespeichert werden.

Auf Basis des Final Reports von EIOPA zu den QRT (Juli 2012) sollen Formulare Informationen zu den Rückversicherungen grundsätzlich mindestens jährlich, einige zudem quartalsweise, transportieren.

Von der Quartalsmeldepflicht sind Unternehmen ausgenommen, die bestimmte Kriterien erfüllen1.

1 In der Grafik durch ein (x) dargestellt.

Übersicht zu den Meldungen für Rückversicherung (Re)
Grafik: Übersicht zu den Meldungen für Rückversicherung (Re)

Re-J1: Facultative covers life and non-life

Das Re-J1 ist ein jährlich zu meldendes Template, welches nur für Einzelunternehmen zu erstellen ist. Auf diesem Template werden jeweils für das Leben- und Nicht-Leben-Geschäft die Risiken berücksichtigt, die in ihrer Art und im Umfang von den gesetzlichen Vorgaben abweichen. Dadurch wird ein Einblick in die individuellen und marktweiten Profile dieser Risiken geboten. Zudem kann über das QRT Re-J1 eine Einschätzung über das potenzielle Ausfallrisiko

im Falle eines Totalverlustes gegeben werden. Falls Versicherungsunternehmen starke Exposures gegenüber Einzelrisiken gezeichnet haben, kann ein Totalverlust zu einem hohen Kreditrisiko gegenüber der Rückversicherung führen. Es müssen nur Angaben der 10 wichtigsten Risiken (Vertragsebene) bzgl. ihres fakultativ rückversicherten Exposures gemacht werden.

Re-J2: Outgoing Reinsurance Program in the next reporting year

Das Re-J2 ist jährlich auf Solo- und Gruppenebene und gegebenenfalls quartalsweise für Einzelunternehmen zu melden. Die Quartalsmeldung dient als Aktualisierung und ist nur dann notwendig, wenn das Rückversicherungsprogramm aufgrund neuer sowie gekündigter Verträge oder anderer wesentlicher Veränderungen umgestaltet wurde. Für die Gruppenmeldung wird ein reduziertes Template gemeldet, da nur spezielle Informationen zur Finanzstabilität gefordert werden.

Das QRT bietet einen Überblick

  • über den Aufbau und über die Entwicklung des Rückversicherungsprogramms,
  • über den Risikoselbstbehalt des Versicherers sowie
  • über den Anteil der Rückversicherung auf Vertragsebene und gesamt.

Mit diesem QRT kann die Wirkung auf Basis- und Katastrophenrisiken durch das Rückversicherungsprogramm in Beziehung zur Solvenz- und Liquiditätslage bewertet werden. Zur Niedrighaltung des Ausfallrisikos der Rückversicherung soll das Re-J2 überprüfen, ob das Rückversicherungsprogramm dem Risikoprofil des Versicherungsunternehmens genügt.

Re-J3: Share of reinsurers

Das QRT Re-J3 ist sowohl auf Einzel- als auch auf Gruppenebene jährlich und quartalsweise an die Aufsichtsbehörde zu melden, wobei die reduzierte Quartalsmeldung nur spezielle Informationen zur Finanzstabilität enthält.
Das Ziel dieses Templates ist es, die Auswirkungen des Ausfalls der Rückversicherung für betroffene

Unternehmen im In- und Ausland zu bewerten. Zudem kann mit Hilfe von Re-J3 die lokale und europäische Stabilität der Finanzen überprüft werden. Dafür werden Informationen zu den Anteilen an Rückversicherungsgeschäften im In- und Ausland auf der Ebene individueller Versicherungsunternehmen erfasst.

Re-SPV: Special Purpose Insurance Vehicles

Mit dem Meldeformular Re-SPV, welches jährlich auf Einzel- und Gruppenebene gemeldet wird, analysiert die Aufsicht den Einsatz von Zweckgesellschaften als Alternative zu traditionellen Rückversicherungsverträgen. Dabei wird geprüft, ob

genügend Informationen über den Einsatz von Zweckgesellschaften zur Verfügung stehen, um das umfassende Thema bzgl. der resultierenden Risikominderung aus Sicht des Zedenten bewerten zu können.

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