Versicherungstechnik Leben und Kranken

Die Quantitative Reporting Templates (QRT) für die Versicherungstechnik Leben (TP-F1 – TP-F4) und Kranken (TP-F1 und TP-F2) erfordern umfangreiche Informationen zum Versicherungsgeschäft. Hierzu gehören unter anderem Angaben zu den technischen Rückstellungen, den zukünftigen Zahlungsströmen sowie zum Teil sehr weitreichende Produktinformationen. Durch diese differenzierten Meldungen soll die Versicherungstechnik möglichst vollständig dargestellt werden, um eine marktnahe und detaillierte Darstellung über die Lage des Unternehmens erhalten zu können.

Die Meldetemplates im Bereich der Versicherungstechnik Leben und Kranken liefern der Aufsicht und der interessierten Öffentlichkeit ein detailliertes Bild über den Versicherungsbestand. Sie enthalten sowohl quantitative als auch qualitative Informationen, die im Wesentlichen auf folgende Themenschwerpunkte basieren:

  • Best Estimate und Risikomarge,
  • Zukünftige Cashflows,
  • Produktinformationen (speziell zu variablen Annuitäten),
  • Renten aus Nichtlebenverträgen.

Auf Basis des Final Reports von EIOPA zu den QRT (Juli 2012) sollen die Meldungen zur Versicherungstechnik Leben und Kranken jährlich, bzw. das QRT TP-F1Q quartalsweise, berichtet werden. Die Meldungen sind für Einzelunternehmen verpflichtend. Gruppen sind von der Meldung befreit.

Während der Übergangsphase – also für die Stichtage 31.12.2014 und 30.09.2015 – wird nur das TP-F1(Q) melderelevant sein. Erst bei vollständiger Anwendung von Solvency II ab dem 31.12.2015 kommen auch die übrigen Templates zur Anwendung.

Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Leben
Abbildung 1: Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Leben
 Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Kranken
Abbildung 2: Grafik: Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Kranken

TP-F1 und F1Q: Life and Health Technical Provisions (Annual)

Das TP-F1 ist ein jährlich zu meldendes Template, welches nur für Einzelunternehmen zu erstellen ist. Sein Ziel ist es, die Bildung der versicherungstechnischen Rückstellungen zu prüfen, weshalb es einen umfassenden Überblick über die Zusammensetzung der Rückstellungen enthält.

Hierzu gehören unter anderem Angaben zu

  • Best Estimate,
  • Rückversicherungsforderungen und
  • Risikomarge.

Diese Angaben werden pro Line of Business gefordert: Für einige Lines of Business ist eine

weitere Untergliederung in „Verträge mit Optionen und Garantien“ sowie „Verträge ohne Optionen und Garantien“ vorgesehen.

Zusätzlich werden Informationen zu den Best Estimates (brutto) je Land abgefragt. Es müssen dabei nur die Länder erfasst werden, die bis 90% des Geschäftsbereiches darstellen.

Das Template TP-F1Q (Life an Health Technical Provisions (Quarterly)) ist quartalsweise auf Solo-Ebene zu erstellen und stellt eine verkürzte Version des TP-F1 dar. Zusätzlich besteht für dieses Template die Pflicht zur Offenlegung.

TP-F2: Projection of future cash flows (Best Estimate – Life)

Das Meldeformular TP-F2 gibt einen Überblick über die zukünftigen Zahlungsströme, die benötigt werden, um den Versicherungsverpflichtungen nachkommen zu können.

  • Zahlungsausgänge,
  • Zukünftige Leistungen,
  • Zukünftige Kosten und sonstige Zahlungsausgänge,
  • Zahlungseingänge,
  • Zukünftige Prämien,
  • Sonstige zukünftige Zahlungseingänge.

Die zukünftigen Cashflows werden getrennt nach Lines of Business abgefragt.

Das TP-F2 ist ein auf Solo-Ebene jährlich zu erstellendes Meldeformular. Es besteht keine Pflicht zur Offenlegung.

TP-F3: Life obligations analysis

Das TP-F3 verlangt eine genaue Beschreibung der Tarifspezifika pro Versicherungsprodukt. Dazu gehören unter anderem Informationen aus den Bereichen

  • Produktidentifikation und -klassifizierung,
  • Bestand und Bestandsbewegung,
  • Best Estimate und Garantien sowie der
  • Bewertungsbasis.

In dieser Form wird die Meldung des TP-F3 auf Solo-Ebene jährlich verlangt. Für die jährliche Gruppenmeldung wird lediglich eine Teileinformation in Form von Best Estimate und garantiertem Rechnungszins je homogener Risikogruppe abgefragt.

Eine Pflicht zur Offenlegung besteht nicht.

TP-F3A und F3B: Only for Variable Annuities – Description of guarantees by product and hedging of guarantees

Bietet das Versicherungsunternehmen auch variable Annuitäten an, so sind zusätzlich zum TP-F3 auch die Meldeformulare TP-F3A und TP-F3B zu befüllen. Pro variabler Annuität werden detaillierte Angaben zu den Garantien und den dahinter stehenden Hedgingstrategien gefordert, also Informationen zu

  • GMDB, GMAB, GMIB und GMWB,
  • delta, rho, gamma, vega und Fx sowie
  • ökonomischen Ergebnisse mit und ohne Hedging

Bei diesen beiden Formularen handelt es sich um reine Solo-Meldungen auf Jahresebene. Eine Pflicht zur Offenlegung besteht nicht.

TP-F4: Information on annuities stemming from Non-Life Insurance obligations

Das TP-F4 soll einen vereinfachten Test auf Unter- oder Überreservierung ermöglichen. Dazu fordert die Aufsicht von einem Versicherungsunternehmen mit Renten aus Nichtlebenverträgen Angaben zu folgenden Bestandsspezifika:

  • Undiskontierte Schadenrückstellung,
  • Rentenverpflichtungen,
  • Best Estimate Schadenrückstellung,
  • Durchschnittlicher Zinssatz, Duration sowie Alter der Versorgungsempfänger.

Das TP-F4 ist als Solo-Meldung jährlich zu befüllen. Eine Pflicht zur Offenlegung besteht nicht.