Versicherungstechnik Nicht-Leben

Die Quantitative Reporting Templates (QRT) für die Versicherungstechnik Nicht-Leben (TP-E1 – TP-E7) erfordern umfangreiche Angaben von Informationen zum Nicht-Leben-Geschäft. Hierzu gehören unter anderem Angaben zu den Rückstellungen, den zukünftigen Cashflows und den verschiedenen Abwicklungsdreiecken. Durch diese differenzierten Meldungen soll die Versicherungstechnik vollständig abgebildet werden, um eine marktnahe Darstellung über die Lage des Unternehmens erhalten zu können.

Zur Bewertung des Versicherungsunternehmens ist es wichtig die detaillierten Informationen zu betrachten. Die verschiedenen Templates stellen diese Informationen übersichtlich dar. Im Wesentlichen werden die folgenden Größen betrachtet:

  • Best Estimate und Risikomarge (Schaden- und Prämienrückstellungen),
  • Zukünftige Cashflows (Schaden- und Prämienrückstellungen),
  • Abwicklungsdreiecke,
  • RBNS-Ansprüche,
  • Risiken (z.B. Prämien- und Reserverisiko),
  • Spitzen- und Massenrisiken.

Auf Basis des Final Reports von EIOPA zu den QRT (Juli 2012) sollen die Meldungen zur Versicherungstechnik Nicht-Leben jährlich bzw. das QRT TP-E1Q quartalsweise getätigt werden. Die Meldungen sind für Einzelunternehmen verpflichtend. Gruppen sind von der Meldung befreit.

Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Nicht-Leben
Grafik: Übersicht zu den QRT Versicherungstechnik Nicht-Leben

TP-E1: Non-Life Technical Provisions

Das TP-E1 ist ein jährlich zu meldendes Template, welches nur für Einzelunternehmen zu erstellen ist. Sein Ziel ist es, die Bildung der versicherungstechnischen Rückstellungen zu prüfen, weshalb es einen umfassenden Überblick über die Zusammensetzung der Rückstellungen enthält.
Hierzu gehören unter anderem Angaben zu

  • Best Estimate,
  • Risikomarge,
  • Rückversicherungsforderungen,
  • Schaden- und Prämienrückstellungen,
  • Cashflows.

Diese Angaben werden pro Line of Business gefordert.
Zusätzlich werden Informationen zu den Best Estimates (brutto) je Land abgefragt. Allerdings müssen nur die Länder erfasst werden, die bis 90% des Geschäftsbereiches darstellen.
Das Template TP-E1 ist zudem quartalsweise auf Solo-Ebene zu erstellen. Allerdings ist nur eine verkürzte Version des TP-E1 zu melden. Zusätzlich besteht für dieses Template die Pflicht zur Offenlegung.

TP-E2: Projection of future cash flows (Best Estimate – Non Life)

Das Meldeformular TP-E2 gibt einen Überblick über die zukünftigen Cashflows, die benötigt werden, um den Versicherungsverpflichtungen nachkommen zu können. Zudem kann mit Hilfe weiterer Templates ein Überblick über das Aktiv-Passiv-Geschäft der Versicherungstechnik Nicht-Leben geschafft werden.

Die zukünftigen Cashflows werden getrennt für Prämien- und Schadenrückstellungen sowie für Forderungen aus Rückversicherungen eingetragen.
Das Template ist ein auf Solo-Ebene jährlich zu erstellendes Meldeformular, für welches keine Pflicht zur Offenlegung besteht.

TP-E3: Non-life Insurance Claims Information

Das QRT TP-E3 ist ein jährlich nur für Einzelunternehmen zu meldendes Template.
Da den Schadenrückstellungen in der Versicherungstechnik Nicht-Leben eine hohe Bedeutung zugeschrieben wird, stellt das Template die Abwicklungsdreiecke dar, die für die Bewertung der Schadenrückstellungen wichtig sind. Hierzu gehören unter anderem die Abwicklungsdreiecke für jeden Geschäftsbereich, für wichtige Währungen,

gezahlte Schäden, Best Estimate, etc.
Zusätzlich besteht die Pflicht zur Offenlegung. Hierfür kann ein vereinfachtes Template benutzt werden (TP-E3 public), welches die Abwicklungsdreiecke der gezahlten Schäden beinhaltet und den Best Estimate der Schadenrückstellung für das gesamte Geschäft Nicht-Leben ohne Aufteilung in die einzelnen LoB.

TP-E4: Movements of RBNS Claims

Die Meldung des Templates TP-E4 erfolgt jährlich und ist nur für Einzelunternehmen zu erstellen. Eine Pflicht zur Offenlegung besteht nicht.
Das Template bietet einen Überblick für alle relevanten Geschäftsbereiche und Währungen sowie

über die RBNS-Schäden (reported but not settled), d.h. gemeldete Schäden und wieder eröffnete Schäden im Bereich Nicht-Leben, die für die Bewertung technischer Rückstellungen einen hohen Stellenwert aufweisen.

TP-E6: Loss distribution profile non-life

Das Template TP-E6 gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Verteilung von Versicherungsfällen über das Versicherungsjahr bis zum Ende des Geschäftsjahres für jeden Geschäftsbereich, wodurch eine vernünftige Abschätzung der Angemessenheit

des SCRs und des Prämien- und Reserverisikos geboten werden soll.
Das Template ist nur auf Solo-Ebene jährlich zu erstellen und es ist von der Pflicht zur Offenlegung befreit.

TP-E7A & B: Underwriting risks non-life

Die Templates TP-E7A und TP-E7B sind von Einzelunternehmen jährlich zu melden. Eine Pflicht zur Offenlegung besteht nicht. Allerdings ist die Meldung nur für einige Mitgliedstaaten verbindlich. Die anderen Mitgliedstaaten können selbst entscheiden, ob sie diese Risikoprofile freiwillig erstellen wollen.
Die Templates bieten eine Übersicht über die

Spitzenrisiken und Massenrisiken für jeden Geschäftsbereich. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass gefährliche Einzelrisiken vernünftig bewertet wurden. Für die Erstellung der Risikoprofile werden die 20 signifikantesten Risiken aus allen Geschäftsfeldern betrachtet werden sowie die 2 größten aus allen Geschäftsbereichen.